Roxel

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Die ehemalige Dorfgemeinde Roxel, deren Geschichte im 12. Jahrhundert beginnt, ist heute der westlichste Stadtteil Münsters mit zwei Gewerbegebieten.

Der Ortsteil liegt zwischen den Bezirken Nienberge im Norden, Überwasser im Nordosten und Osten und Albachten im Süden. Im Westen grenzt der Bezirk Roxel an den Kreis Coesfeld.

Die Kirche Sankt Pantaleon, in ihren ältesten Teilen vom Ende des 12. Jahrhunderts, und der an ihrer Südseite gelegene Kirchplatz, heute: Pantaleonplatz, bilden das historische Zentrum des Ortes.

Fakten über Roxel
Vorwahl 02534
Postleitzahl 48161
Gesamtfläche 1991, 8897 ha, davon:
Gebäude- und Freifläche: 12, 3 %
landwirtschaftlich genutzt: 68, 1 %
Waldfläche 10, 6 %
(Stand: 2008) [Anm. 1]
Höhe über Null
bei der Pantaleonkirche
75 Meter
wohnberechtigte Bevölkerung 7947 (Stand: 2008) [Anm. 1]
Website www.roxel.de/
Bezirksverwaltung West Pantaleonplatz 7


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mittelalter

Der Name Roxel geht auf den Namen der Familie Rokeslare oder Rukeslare zurück: 1177 wurde die Curia Rukeslare[Anm. 2], der Oberhof der Familie, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Diese und andere Familien bewirtschafteten im Dienst der Kirche in der Gegend des (späteren?) Ortes Roxel Besitzungen der Kirche. Zu ihnen gehörten auch die Herren von Koten, die die Kirche Sankt Pantaleon zu Roxel um 1170 - 1180 gründeten, und die von Schonebeck, unter anderem Gründer der heutigen Burg Hülshoff im 14. Jahrhundert.

Roxel als Ortsbezeichnung taucht zuerst in einer bischöflichen Urkunde von 1212[Anm. 12] als „Roxeler“ auf, dann 1242 als Pfarre Roxel. Zur Pfarre gehörten noch die Bauernschaften Brock im Westen, Altenroxel im Südosten und Schonebeck im Norden [Anm. 3]. Der meiste Landbesitz im mittelalterlichen Roxel gehörte dem Domkapitel.

Ende des 15. Jahrhunderts existierten im Kirchspiel Roxel 58 Höfe und etwa 20 Kotten.

Eine Landwehr [Anm. 4], eine ländliche Grenzbefestigung, der Kirchspiele Albachten, Bösensell und Roxel sowie eine Schützenbruderschaft in Roxel [Anm. 5] werden zuerst 1321 erwähnt.

Im Mittelalter wurden in Roxel wiederholt Landtage abgehalten.

Neuzeit

1534 wurde im Zuge der Belagerung Münsters bei dem Kampf gegen die Wiedertäufer ein Lager für über 200 Reiter aufgeschlagen. Um 1600 herum war das Dorf wegen ständiger Überfälle spanischer und niederländischer Truppen im Zuge des Achtzigjährigen Krieges zwischen Spanien und den aufständischen niederländischen Provinzen verlassen. Im 17. und 18 Jahrhundert, besonders während des Dreißigjährigen (1618 - 1648) - in dem das Pfarrarchiv vernichtet wurde [Anm. 6] - und des Siebenjährigen (um 1760) Krieges wurde Roxel mehrfach in die Auseinandersetzungen verwickelt.

Die Gemeinde Roxel gehörte vom 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. mit den Gemeinden Albachten, Bösensell und Nienberge zum Amtsbezirk Roxel, der im 17. Jh wiederum dem fürstbischöflichen münsterischen Amt Wolbeck unterstand. [Anm. 7]

Mitte des 18. Jahrhunderts existierten im Kirchspiel 59 Höfe, außerdem lebten dort noch 137 Familien.

20. Jahrhundert bis 1945

Die Landwirtschaft war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Haupterwerbszweig, daneben spielten noch eine Ziegelei und drei Holzhandlungen eine Rolle. 1900 hatte die Gemeinde 1617 Einwohner, 1925 1850 und 1945 schon 2401.

1900 richtete man eine Personenpostverbindung nach Münster ein. Am 15. Oktober 1907 wurde der Zugverkehr auf dem ersten Teilstück der Münster - Havixbeck aufgenommen. Am gleichen Tag übergab die Königliche Eisenbahndirektion Münster den Bahnhof Roxel, heute: „Alter Bahnhof“, dem Betrieb. Seit Mitte Mai 1907 führte die Strecke bis Coesfeld.

Im Sommer 1906 wurde der Löschzug Roxel der Freiwilligen Feuerwehr gegründet.

Seit 1925 wurde der Ort mit Strom versorgt.

Ortsentwicklung 1945 bis 1975

Nach Kriegsende stieg die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen deutlich an, 1950 betrug sie 2919.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellte die katholische Kirche Gelände im Südosten des Ortes rund um Kösters Kämpken zur Bebauung zur Verfügung, auf dem sich auch viele Flüchtlinge ansiedelten. Dort entstanden überwiegend Einfamilienhäuser.

Seit Anfang der 60er Jahre wurde Roxel als Wohnort für Universitätsangehörige beliebt. In den 60er und 70er Jahren wurde großzügig Bauraum ausgewiesen, daher wuchs der Ort ständig vor allem nach Süden und Westen und entlang der Roxeler Straße. Das beeinflusste auch die Einwohnerzahl: Von 3145 im Jahr 1960 wuchs sie bis 1970 auf 5174. Ab Mitte der 70er Jahre wurde Gewerbe angesiedelt, die Einwohnerzahl stieg bis 1980 auf 6759.

Die von der Gemeinde geplante verdichtete Bebauung des Ortskerns, auch mit Hochhäusern, und die große Erweiterung der Siedlungsfläche im Westen sowie der Bau eines Gymnasiums wurden wegen der Kommunalreform 1975 nicht mehr durchgeführt.

Ortsentwicklung ab 1975 - Stadtteil Roxel

Am 1. Januar 1975 wurde die kommunale Neugliederung wirksam. Roxel war nun keine Gemeinde mehr, sondern ein Ortsteil von Münster. Die Fläche der alten Gemeinde von 3275 ha wurde auf 1994 ha des Stadtteils Roxel verringert, besonders im Westen.

Gleich 1975 ließ die Stadt Münster zwischen Pienersallee und Tilbecker Straße das "Holzwurmviertel"[Anm. 8] als Bauland vor allem für junge Familien erschließen.

Durch das starke Wachstum der Siedlung nach Westen und Süden rückte der alte Dorfkern um die Pantaleonkirche mit dem Kirchplatz, dem Pantaleonplatz, an den Rand. Daher gestaltete man ihn vom Ende der 70er bis Ende der 80er Jahre neu.

Die Planungen Für das 21 ha große Wohngebiet Roxel-Nord begannen in den 90er Jahren, das Gebiet wuchs in Etappen im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Mittlerweile ist es als Tempo-30-Zone ausgewiesen.

Der Wohnzuwachs von 2000 bis 2004 war nicht hoch, er betrug unter 2, 5 %. [Anm. 9]

Kultur, Infrastruktur und Gewerbe ab 1945

Kirchliches Leben

Durch die Zuwanderung der Flüchtline gab es zum ersten mal eine nennenswerte Anzahl von Christen evangelischen Bekenntnisse am Ort. Zunächst war die Gemeinde ohne Kirche, 1965 bezog sie das neue Gemeindezentrum an der Paul-Gerhardt-Straße, aus dem Jahr stammt auch die Nicolaikirche.

Schulen, Sport

1969 gründete man die Droste-Hauptschule Roxel und die Realschule Roxel. Ihre Gebäude im Schulzentrum Roxel wurden 1972 und 1975 fertiggestellt. Das Schulzentrum wurde 2005 erweitert.

1973 wurde das Hallenbad an der Tilbecker Straße gebaut.

Die Bezirkssportanlage wurde 1983 fertiggestellt

Infrastruktur und Gewerbe

Um 1950 wurden die ersten Haushalte in Roxel an das öffentliche Wassernetz angeschlossen.

Mitte bis Ende der 60er Jahre wurde östlich der Siedlung die Trasse der Bundesautobahn A1 gebaut.

In der Zeit vor 1975 entstanden zwei Gewerbegebiete: das eine seit etwa 1970 südlich des Nottulner Landweges zwischen Meckelbach und Bahnlinie und das andere "Im Derdel" östlich der Autobahn. Beide wuchsen in den 80er und 90er Jahren.

Am 1. Oktober 1954 löste die Bundesbahndirektion Münster die Dienststelle Roxel auf und unterstellte den Bahnhof dem Bahnhof Mecklenbeck. Von 1967 bis zum 23. Mai 1982 war der Roxeler Bahnhof noch ein Haltepunkt der „Baumberge-Bahn“ Münster-Coesfeld. Bis 1984 fand nur noch Ladeverkehr statt, dann lag er endgültig still.

Seit dem 1. Oktober 1978 versorgt die Stadtbuslinie 10 den Ort.[Anm. 10]

heute

Am 12. Oktober 1998 nach 17 Uhr richtete ein von Nordwesten nach Südosten über Roxel hinwegfegender Tornado erheblichen Schaden an. [Anm. 11]

Seit September 2009 findet in den Räumen der Droste-Hauptschule der „RoKuLa Kultur-Freitag“ statt.

Seit Ende der 1990er Jahre, besonders wieder seit Februar 2005, existieren Planungen für den „Alten Bahnhof“ als neuen Bahnhaltepunkt.

2010 und 2011 veräußerte das Amt für Immobilienmanagemant nördlich des Wohngebietes Roxel Nord fast alle Grundstücke des Neubaugebietes Roxel Nord II.[Anm. 13]

Einrichtungen

Es gibt vier Schulen in Roxel:

Der Löschzug Roxel der Freiwilligen Feuerwehr Münster hat sein Gerätehaus an der Havixbecker Straße.

Einzelnachweise

Quellen

Weblinks

Einrichtungen:


 

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