"Kiffe-Pavillon": Unterschied zwischen den Versionen

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Der "'''Kiffe-Pavillon'''" genannte Pavillon aus den 50er Jahren im Winkel von [[Alter Steinweg|Altem Steinweg]] und [[Asche]] war ursprünglich ein Ausstellungsgebäude des Autohauses [[Opel Kiffe]]. Wegen seiner bemerkenswerten transparenten Pavillon-Architektur steht er unter Denkmalschutz.
  
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== Architektur ==
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Es handelt sich um eine frei stehende, rechteckige Ausstellungshalle aus Spannbeton mit einem Seitenverhältnis 1 zu 1 2/3 mit abgerundeten Ecken von etwa 1000 Quadratmetern Grundfläche.
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Die umlaufende, vom Boden bis zur Decke reichende Fensterfläche besteht aus 90 nur durch goldeloxierte [Anm. 1] Leichtmetallrahmen gehaltenen Glasscheiben. Die Dachstützen befinden sich im Innern, so dass sie die Schaufensterfront nicht unterbrechen, und sind wegen der Transparenz auf 4 Pfeiler und 8 schlanke ausbetonierte Stahlstützen beschränkt.
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Spektakulär ist die Konstruktion der 24 m überspannenden Schalenbetondecke: Nur zwei quer verlaufende Stützbögen aus Stahlbeton auf den erwähnten 4 Pfeilern halten die nur etwa 10 cm[Anm. 2] stark Decke, die sich nach dem Eierschalenprinzip selber stützt.
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Sie ragt mit einer Art umlaufendem Kragen deutlich über die Schaufensterfläche hinaus. Das so entstandene Betonband über der Fensterfläche war ursprünglich an seinem unteren Rand mit Leuchtröhren versehen, die dieses Band abends effektvoll bestrahlten.
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Die Zwischendecke wurde [[1988]] nachträglich eingezogen.
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Im Zuge der vom Ende [[2009]] bis zum ersten Drittel des Jahres [[2010]] erfolgenden Sanierung wurden das Dach isoliert, eine wärmedämmende Verglasung eingesetzt sowie Heizung und Lüftung modernisiert. Die Zwischendecke wurde etwas zurückgebaut.[Anm. 3]
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== Geschichte ==
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Der von dem Architekten Hans-Walter Rüschenschmidt von  [[1953]] bis [[1955]] geplante und ausgeführte Pavillon wurde im August [[1956]][Anm. 4] eröffnet. Der Auftraggeber war er Autohändler Ernst Kiffe. Kiffe nutzte die Halle bis 1982, in dieser Zeit war der überkragende Teil des Daches noch illuminiert.
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1988 zog der Spielwarenhändler Richter ein, das war der Grund für das Einziehen der Zwischendecke im selben Jahr. Es folgte Karstadt Sport, dessen Verkaufsraum das Gebäude lange Jahre bis gegen Ende 2009 war.
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Im dann leerstehenden Pavillon fanden Ausstellungen statt, so wurden die "[[Münstermorphosen]]" am [[18. September]] [[2009]] im Kiffe-Pavillon eröffnet. Dabei wurde auch das [[Münster Modell]] vorgestellt. Das Gebäude wurde nach Jahrzehnten wieder illuminiert.[Anm. 5]
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Vom Ende 2009 bis ins erste Drittel 2010 wurde der Pavillon umfassend saniert, während sich Stadt und Eigentümer auf die Suche nach einem Mieter machten. [Anm. 6] Es gab Anregungen seitens der [[DIE LINKE. Kreisverband Münster|LINKEN]] vom Juli 2009, die Halle als städtische Kultur- und Ausstellungshalle[Anm. 7], und seitens des damaligen [[Integrationsrat|Ausländerbeirates]] im Dezember 2009, die Halle als "Haus der Kulturen" zu nutzen.[Anm. 8]. Mit dem Hinweis auf die Kosten und die schlechte Haushaltslage der Stadt wurde das Ansinnen abgelehnt und weiter nach einem Investor gesucht.
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Im Januar [[2010]] bestätigte der Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft Kiffe Pavillon GbR, dass mit dem Outlet-Store des US-amerikanischen Unternehmens "TK Maxx" ein Mieter gefunden sei.[Anm. 9] Am [[12. Juni]] [[2010]] wurde die die TK Maxx-Filiale eröffnet. [Anm. 10]
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== Quellen ==
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'''''Quellen'''''
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* Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster Reimer, Berlin 2008 ISBN 987-3-496-01276-4 Objekt 84
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* [http://www.westline.de/media/haus23.pdf Westline Architektur, Haus Nr. 23: Schaufenster in die Innenstadt] (pdf) Beitrag der Autoren des "Architekturführer Münster", s.o.
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* [http://www.baukunst-nrw.de/index.php?oid=798 Baukunst NRW der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen: Kiffe-Pavillon]
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'''''Einzelnachweise'''''
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* [1] Das bedeutet: Oberfläche des Leichtmetalls durch Oxidation mit Gold versehen: [[wikipedia:de:Eloxiert|Eloxiert in der deutschsprachigen Wikipedia]]
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* [2] Angabe im Architekturführer. Nach W. Becker; B. Haunfelder; A. Schollmeier; Die Wunderjahre. Münster in Fotos 1950 bis 1958, S. 54 beträgt die Dicke des Daches an seiner dicksten Stelle 7 cm.
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* [3] [http://www.echo-muenster.de/node/56142 Kiffe-Pavillon nach beschlossener Sanierung nicht mehr so dünnhäutig] und "Junge Designermode": Münstersche Zeitung vom 23. 3. 2010, Lokalteil
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* [4] W. Becker; B. Haunfelder; A. Schollmeier; Die Wunderjahre. Münster in Fotos 1950 bis 1958, S. 54
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* [5][http://www.echo-muenster.de/node/55313 Echo Münster: Elegante Architektur, raffiniert in Szene gesetzt: Kiffe-Pavillon erstrahlt in neuem Licht]
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* [6] Quelle: [http://www.echo-muenster.de/node/56142 Kiffe-Pavillon nach beschlossener Sanierung nicht mehr so dünnhäutig - Verhandlung mit "wertigen Mietern"]. Zu den Einzelheiten s. Kapitel Architektur
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* [7] [http://www.echo-muenster.de/node/53520 Echo Münster: Linke: Kiffe-Pavillon zum Kultur-Salon machen]
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* [8] Münstersche Zeitung, 10. 12. 2009, Lokalteil Politik
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* [9] [http://www.echo-muenster.de/node/59544 Echo Münster: Outlet-Kaufhaus TK Maxx zieht in den Kiffe-Pavillon]
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* [10] [http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/1321592_kiffe_pavillon_vor_der_wiedereroeffnung.html Westfälische Nachrichten: Kiffe-Pavillon vor der Wiedereröffnung] Artikel Martin Kalitschke, 17. 5. 2010
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[[Kategorie:Gebäude]]

Aktuelle Version vom 18. November 2018, 23:39 Uhr

Der "Kiffe-Pavillon" genannte Pavillon aus den 50er Jahren im Winkel von Altem Steinweg und Asche war ursprünglich ein Ausstellungsgebäude des Autohauses Opel Kiffe. Wegen seiner bemerkenswerten transparenten Pavillon-Architektur steht er unter Denkmalschutz.

Architektur

Es handelt sich um eine frei stehende, rechteckige Ausstellungshalle aus Spannbeton mit einem Seitenverhältnis 1 zu 1 2/3 mit abgerundeten Ecken von etwa 1000 Quadratmetern Grundfläche.

Die umlaufende, vom Boden bis zur Decke reichende Fensterfläche besteht aus 90 nur durch goldeloxierte [Anm. 1] Leichtmetallrahmen gehaltenen Glasscheiben. Die Dachstützen befinden sich im Innern, so dass sie die Schaufensterfront nicht unterbrechen, und sind wegen der Transparenz auf 4 Pfeiler und 8 schlanke ausbetonierte Stahlstützen beschränkt.

Spektakulär ist die Konstruktion der 24 m überspannenden Schalenbetondecke: Nur zwei quer verlaufende Stützbögen aus Stahlbeton auf den erwähnten 4 Pfeilern halten die nur etwa 10 cm[Anm. 2] stark Decke, die sich nach dem Eierschalenprinzip selber stützt.

Sie ragt mit einer Art umlaufendem Kragen deutlich über die Schaufensterfläche hinaus. Das so entstandene Betonband über der Fensterfläche war ursprünglich an seinem unteren Rand mit Leuchtröhren versehen, die dieses Band abends effektvoll bestrahlten.

Die Zwischendecke wurde 1988 nachträglich eingezogen.

Im Zuge der vom Ende 2009 bis zum ersten Drittel des Jahres 2010 erfolgenden Sanierung wurden das Dach isoliert, eine wärmedämmende Verglasung eingesetzt sowie Heizung und Lüftung modernisiert. Die Zwischendecke wurde etwas zurückgebaut.[Anm. 3]

Geschichte

Der von dem Architekten Hans-Walter Rüschenschmidt von 1953 bis 1955 geplante und ausgeführte Pavillon wurde im August 1956[Anm. 4] eröffnet. Der Auftraggeber war er Autohändler Ernst Kiffe. Kiffe nutzte die Halle bis 1982, in dieser Zeit war der überkragende Teil des Daches noch illuminiert.

1988 zog der Spielwarenhändler Richter ein, das war der Grund für das Einziehen der Zwischendecke im selben Jahr. Es folgte Karstadt Sport, dessen Verkaufsraum das Gebäude lange Jahre bis gegen Ende 2009 war.

Im dann leerstehenden Pavillon fanden Ausstellungen statt, so wurden die "Münstermorphosen" am 18. September 2009 im Kiffe-Pavillon eröffnet. Dabei wurde auch das Münster Modell vorgestellt. Das Gebäude wurde nach Jahrzehnten wieder illuminiert.[Anm. 5]

Vom Ende 2009 bis ins erste Drittel 2010 wurde der Pavillon umfassend saniert, während sich Stadt und Eigentümer auf die Suche nach einem Mieter machten. [Anm. 6] Es gab Anregungen seitens der LINKEN vom Juli 2009, die Halle als städtische Kultur- und Ausstellungshalle[Anm. 7], und seitens des damaligen Ausländerbeirates im Dezember 2009, die Halle als "Haus der Kulturen" zu nutzen.[Anm. 8]. Mit dem Hinweis auf die Kosten und die schlechte Haushaltslage der Stadt wurde das Ansinnen abgelehnt und weiter nach einem Investor gesucht.

Im Januar 2010 bestätigte der Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft Kiffe Pavillon GbR, dass mit dem Outlet-Store des US-amerikanischen Unternehmens "TK Maxx" ein Mieter gefunden sei.[Anm. 9] Am 12. Juni 2010 wurde die die TK Maxx-Filiale eröffnet. [Anm. 10]


Quellen

Quellen

Einzelnachweise