Johann Hyacinth Kistemaker: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:480px-Johann_Hyacinth_Kistemaker.jpg|thumb|Johann Hyacinth Kistemaker. Radierung von F. Fleischmann nach einer Zeichnung von Oppermann]]
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'''Johann Hyacinth Kistemaker''' (* [[15. August]] [[1754]] in Nordhorn; † [[2. März]] [[1834]] in Münster) war ein deutscher katholischer Theologe, Gymnasialdirektor und Hochschullehrer.
 
'''Johann Hyacinth Kistemaker''' (* [[15. August]] [[1754]] in Nordhorn; † [[2. März]] [[1834]] in Münster) war ein deutscher katholischer Theologe, Gymnasialdirektor und Hochschullehrer.
  
Nach dem Besuch der franziskanischen Klosterschule in [[Rheine]] studierte Kistemaker Theologie und Philologie an der jungen [[Westfälische Wilhelms-Universität|Universität Münster]] und wurde am 22. Dezember 1777 zum Priester geweiht wurde. Ab 1778 arbeitete er als Lehrer am [[Gymnasium Paulinum]], ab 1886 zusätzlich als Professor für Alte Sprachen an der Universität. Von 1794 bis 1816 war er Direktor des Gymnasiums und Direktor der [[Universitäts- und Landesbibliothek Münster|Paulinischen Bibliothek]]. Obwohl er nicht [[Promotion (Doktor)|promoviert]] war, wurde Kistemaker 1795 zum Professor für [[biblische Exegese]] ernannt. 1799 erhielt er ein [[Kanoniker|Kanonikat]] am [[St.-Mauritz-Kirche (Münster)|Stift St. Mauritz]].
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Nach dem Besuch der franziskanischen Klosterschule in Rheine studierte Kistemaker Theologie und Philologie an der jungen [[Universität Münster]] und wurde am [[22. Dezember]] [[1777]] zum Priester geweiht wurde. Ab 1778 arbeitete er als Lehrer am [[Gymnasium Paulinum]], ab 1886 zusätzlich als Professor für Alte Sprachen an der Universität. Von 1794 bis 1816 war er Direktor des Gymnasiums und Direktor der [[Universitäts- und Landesbibliothek|Paulinischen Bibliothek]]. Obwohl er nicht promoviert war, wurde Kistemaker 1795 zum Professor für biblische Exegese ernannt. 1799 erhielt er ein Kanonikat am [[St.-Mauritz-Kirche|Stift St. Mauritz]].
  
Neben seiner Tätigkeit an Schule und Universität war Kistemaker von 1816 bis 1818 Mitglied des [[Konsistorium]]s der [[Provinz Westfalen]] und seit 1823 Mitglied des [[Domkapitel Münster|Münsteraner Domkapitels]]. Die theologische Fakultät der [[Universität Breslau]] verlieh ihm 1822 die Ehrendoktorwürde. Nach einer Reihe von Schlaganfällen (1825) trat Kistemaker in den Ruhestand und verbrachte die letzten Lebensjahre in körperlicher und geistiger Lähmung.
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Neben seiner Tätigkeit an Schule und Universität war Kistemaker von 1816 bis 1818 Mitglied des Konsistoriums der [[Provinz Westfalen]] und seit 1823 Mitglied des [[Domkapitel]]s. Die theologische Fakultät der Universität Breslau verlieh ihm 1822 die Ehrendoktorwürde. Nach einer Reihe von Schlaganfällen (1825) trat Kistemaker in den Ruhestand und verbrachte die letzten Lebensjahre in körperlicher und geistiger Lähmung.
  
Kistemaker verfasste während seiner langen Laufbahn zur Unterstützung seiner Lehrtätigkeit mehrere lateinische, griechische und deutsche Sprachlehrbücher, die bis nach seinem Tod in Münster in Gebrauch blieben. Außerdem veröffentlichte er Übersetzungen aus modernen europäischen und orientalischen Sprachen, insbesondere eine Übersetzung des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] sowie zahlreiche [[Exegese|exegetische]] Werke.
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Kistemaker verfasste während seiner langen Laufbahn zur Unterstützung seiner Lehrtätigkeit mehrere lateinische, griechische und deutsche Sprachlehrbücher, die bis nach seinem Tod in Münster in Gebrauch blieben. Außerdem veröffentlichte er Übersetzungen aus modernen europäischen und orientalischen Sprachen, insbesondere eine Übersetzung des Neuen Testaments sowie zahlreiche exegetische Werke.
  
 
== Schriften (Auswahl) ==
 
== Schriften (Auswahl) ==
 
* ''Notae in Thucydidem'', Münster 1790.
 
* ''Notae in Thucydidem'', Münster 1790.
 
* ''Kritik der griechischen, lateinischen und deutschen Sprache'', Münster 1793.
 
* ''Kritik der griechischen, lateinischen und deutschen Sprache'', Münster 1793.
* ''Commentatio de nova exegesi praecipue Veteris Testamenti : ex collatis scriptoribus Graec. et Rom. - Monasterii : Theissing, 1806. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-10458 Digitalisierte Ausgabe] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]]
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* ''Commentatio de nova exegesi praecipue Veteris Testamenti : ex collatis scriptoribus Graec. et Rom''. - Monasterii : Theissing, 1806. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-10458 Digitalisierte Ausgabe] der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
 
* ''Exegesis critica in psalmos LXVII et CIX et Excursus in Daniel : III De Fornace ignis''. - Monasterii : Theissing, 1809. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-10376 Digitalisierte Ausgabe]
 
* ''Exegesis critica in psalmos LXVII et CIX et Excursus in Daniel : III De Fornace ignis''. - Monasterii : Theissing, 1809. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-10376 Digitalisierte Ausgabe]
 
* ''Sammlung lateinischer Wurzelwörter zum Schulgebrauche'', Münster 1816. Zweite Ausgabe, Münster 1820. Dritte Ausgabe, Münster 1824.
 
* ''Sammlung lateinischer Wurzelwörter zum Schulgebrauche'', Münster 1816. Zweite Ausgabe, Münster 1820. Dritte Ausgabe, Münster 1824.
 
* ''Weißsagung Jesu vom Gericht über Judäa und die Welt. Nebst Erklärung der Rede Mark. IX, 42–49 und Prüfung der van Eß’schen Uebersetzung des n. Test.'', Münster 1816.
 
* ''Weißsagung Jesu vom Gericht über Judäa und die Welt. Nebst Erklärung der Rede Mark. IX, 42–49 und Prüfung der van Eß’schen Uebersetzung des n. Test.'', Münster 1816.
* ''Canticum canticorum : illustratum ex hierographia Orientalium''. - Monasterii : Theissing, 1818. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-10491 Digitalisierte Ausgabe] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]]
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* ''Canticum canticorum : illustratum ex hierographia Orientalium''. - Monasterii : Theissing, 1818. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-10491 Digitalisierte Ausgabe] der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
 
* ''Die heiligen Schriften des Neuen Testaments übersetzt und erklärt'', sieben Bände, Münster 1818–1823. Zweite verbesserte Auflage, Münster 1825–1826. Zahlreiche Nachdrucke durch die englische Bibelgesellschaft, zuletzt 1914.
 
* ''Die heiligen Schriften des Neuen Testaments übersetzt und erklärt'', sieben Bände, Münster 1818–1823. Zweite verbesserte Auflage, Münster 1825–1826. Zahlreiche Nachdrucke durch die englische Bibelgesellschaft, zuletzt 1914.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
* {{ADB|16|37|37|Kistemaker, Johann Hyacinth|[[Franz Heinrich Reusch]]|ADB:Kistemaker, Johann Hyacinth}}
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* Franz Heinrich Reusch: ''Kistemaker: Johann Hyacinth'', in: ''Allgemeine Deutsche Biographie'' (ADB), Bd. 16, Leipzig 1882, S. 39 [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00008374/images/index.html Digitalisat]
* {{NDB|11|687|688|Kistemaker, Johann Hyacinth|[[Eduard Hegel]]|115511377}}
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* [[Eduard Hegel]]: ''Kistemaker, Johann Hyacinth'', in: ''Neue Deutsche Biographie'' (NDB), Bd. 11, Berlin 1977, S. 687 f. [http://www.deutsche-biographie.de/sfz41198.html Digitalisat]
 
 
  
 
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Hyacinth_Kistemaker Johann Hyacinth Kistemaker] aus der freien Enzyklopädie [http://de.wikipedia.org/ Wikipedia]. Der Wikipediaartikel steht unter der [http://www.gnu.org/licenses/fdl.txt GNU-Lizenz für freie Dokumentation]. In der Wikipedia ist eine [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Johann_Hyacinth_Kistemaker&action=history Liste der Autoren] verfügbar.
 
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[[Kategorie:Katholischer Geistlicher|Kistemaker, Johann Hyacinth]]
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[[Kategorie:Katholischer Theologe|Kistemaker, Johann Hyacinth]]
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[[Kategorie:Philologe|Kistemaker, Johann Hyacinth]]
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[[Kategorie:Hochschullehrer der alten Universität|Kistemaker, Johann Hyacinth]]
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[[Kategorie:Gestorben in Münster|Kistemaker, Johann Hyacinth]]

Aktuelle Version vom 27. Februar 2013, 18:54 Uhr

Johann Hyacinth Kistemaker. Radierung von F. Fleischmann nach einer Zeichnung von Oppermann

Johann Hyacinth Kistemaker (* 15. August 1754 in Nordhorn; † 2. März 1834 in Münster) war ein deutscher katholischer Theologe, Gymnasialdirektor und Hochschullehrer.

Nach dem Besuch der franziskanischen Klosterschule in Rheine studierte Kistemaker Theologie und Philologie an der jungen Universität Münster und wurde am 22. Dezember 1777 zum Priester geweiht wurde. Ab 1778 arbeitete er als Lehrer am Gymnasium Paulinum, ab 1886 zusätzlich als Professor für Alte Sprachen an der Universität. Von 1794 bis 1816 war er Direktor des Gymnasiums und Direktor der Paulinischen Bibliothek. Obwohl er nicht promoviert war, wurde Kistemaker 1795 zum Professor für biblische Exegese ernannt. 1799 erhielt er ein Kanonikat am Stift St. Mauritz.

Neben seiner Tätigkeit an Schule und Universität war Kistemaker von 1816 bis 1818 Mitglied des Konsistoriums der Provinz Westfalen und seit 1823 Mitglied des Domkapitels. Die theologische Fakultät der Universität Breslau verlieh ihm 1822 die Ehrendoktorwürde. Nach einer Reihe von Schlaganfällen (1825) trat Kistemaker in den Ruhestand und verbrachte die letzten Lebensjahre in körperlicher und geistiger Lähmung.

Kistemaker verfasste während seiner langen Laufbahn zur Unterstützung seiner Lehrtätigkeit mehrere lateinische, griechische und deutsche Sprachlehrbücher, die bis nach seinem Tod in Münster in Gebrauch blieben. Außerdem veröffentlichte er Übersetzungen aus modernen europäischen und orientalischen Sprachen, insbesondere eine Übersetzung des Neuen Testaments sowie zahlreiche exegetische Werke.

Schriften (Auswahl)

  • Notae in Thucydidem, Münster 1790.
  • Kritik der griechischen, lateinischen und deutschen Sprache, Münster 1793.
  • Commentatio de nova exegesi praecipue Veteris Testamenti : ex collatis scriptoribus Graec. et Rom. - Monasterii : Theissing, 1806. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Exegesis critica in psalmos LXVII et CIX et Excursus in Daniel : III De Fornace ignis. - Monasterii : Theissing, 1809. Digitalisierte Ausgabe
  • Sammlung lateinischer Wurzelwörter zum Schulgebrauche, Münster 1816. Zweite Ausgabe, Münster 1820. Dritte Ausgabe, Münster 1824.
  • Weißsagung Jesu vom Gericht über Judäa und die Welt. Nebst Erklärung der Rede Mark. IX, 42–49 und Prüfung der van Eß’schen Uebersetzung des n. Test., Münster 1816.
  • Canticum canticorum : illustratum ex hierographia Orientalium. - Monasterii : Theissing, 1818. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Die heiligen Schriften des Neuen Testaments übersetzt und erklärt, sieben Bände, Münster 1818–1823. Zweite verbesserte Auflage, Münster 1825–1826. Zahlreiche Nachdrucke durch die englische Bibelgesellschaft, zuletzt 1914.

Literatur

  • Franz Heinrich Reusch: Kistemaker: Johann Hyacinth, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 16, Leipzig 1882, S. 39 Digitalisat
  • Eduard Hegel: Kistemaker, Johann Hyacinth, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Bd. 11, Berlin 1977, S. 687 f. Digitalisat

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