Johann von Virneburg

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Johann von Virneburg (* 13. oder 14. Jahrhundert; † 23. Juni 1371 in UtrechtWP) war 1362/1363 gewählter aber nicht päpstlichWP anerkannter Erzbischof von KölnWP sowie als Johann I. 1363-1364Bischof von Münster“ und als Johann V. danach „Bischof von UtrechtWP“.

Leben

Johann stammte aus dem Adelsgeschlecht VirneburgWP aus der EifelWP. Sein Vater war Robert III. von VirneburgWP. Der Aufstieg Johanns wurde durch den gleichnamigen PropstWP und DomdechantenWP Johann von Virneburg d. Ä. gefördert. Wie sein Onkel wurde der jüngere Johann DomdechantenWP in KölnWP.

Erwählter Kölner Erzbischof

Nach dem Tod des Erzbischofs Wilhelm von GennepWP betrieb Dompropst Wilhelm von Schleiden die Wahl Johanns von Virneburg zum Kölner Erzbischof. Er wurde tatsächlich gewählt. Nicht zuletzt finanziell unterstützt wurde die Wahl von Graf Gerhard von Virneburg und weiteren Verwandten. Allerdings war ein Teil des Kölner DomkapitelsWP mit der Wahl nicht einverstanden. Diese erklärten sich für Bischof Engelbert von LüttichWP. Beide Seiten wandten sich an den Papst in AvignonWP. Johann von Virneburg erschien sogar persönlich bei der KurieWP. Es kam aber zu keiner Entscheidung, da Papst Innozenz VI.WP inzwischen verstorben war. Johann kehrte nach Köln zurück und trat weiterhin als ElektWP auf und hat durch seinen prunkvollen Lebenswandel die Finanzen des Bistums belastet. Er vergab auch einen beträchtlichen Teil des KirchenbesitzesWP an Verwandte.

Papst Urban V.WP bestimmte statt ihm Adolf von der MarkWP zum Erzbischof von Köln. Im Gegenzug wurde Johann von Virneburg 1363Bischof von Münster“, wo Adolf zuvor amtiert hatte. Adolf stieß bei seiner Amtsübernahme in Köln auf Widerstand von Johann von Virneburg, der sich weiter als AdministratorWP des Erzbistums verstand. Erst nachdem Adolf die Schenkungen an die Verwandten Johanns anerkannte, gab Johann nach. Damit der Verlust des Erzstiftes nicht zu schmerzlich ausfiel, gestand ihm der Papst für sechs Jahre weiterhin die Einkünfte eines Kölner DomdechantenWP zu.

Bischof in Münster

In MünsterWP stieß er auf Widerstände und war dem Amt nicht gewachsen. Über seine Zeit dort ist wenig bekannt, außer dass er den nicht mehr genutzten Bischofspalast am St.-Paulus-Dom für 100 Mark verkaufte. Stattdessen wurde er vom Papst zum „Bischof von UtrechtWP“ ernannt.

Bischof in Utrecht

Seit 1364 war Johann von VirneburgBischof von UtrechtWP“. Es gelang ihm nicht, seine Autorität als LandesherrWP gegen das DomkapitelWP, den AdelWP und das StadtbürgertumWP durchzusetzen. Seit den ersten Jahren seiner Amtszeit kam es zu Plünderungen und Brandschatzungen von Seiten bischofsfeindlicher Adeliger. Im Jahr 1368 wurde er auf Schloss GoorWP gefangen genommen und nur gegen ein hohes LösegeldWP freigelassen. Dies zwang ihn, Rechte und Besitzungen zu verpfändenWP, was wiederum zur Erhöhung der Schulden des Bistums beitrug. Auch von äußeren Ereignissen wurde seine Amtszeit überschattet, etwa von der PestWP und von verheerenden ÜberschwemmungenWP. Nach Streitigkeiten mit dem Domkapitel und Albrecht von BayernWP (als Graf von HollandWP, ZeelandWP und HennegauWP sowie Herr von FrieslandWP) starb er unerwartet 1371. Es ist unklar, ob er an SchwermutWP oder GiftWP starb.

Im Utrechter DomWP erhielt er ein wenig aufwendiges Grab, von dem keine Spuren erhalten sind.

Literatur

Weblinks


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