Schützenstraße

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Die Schützenstraße, geht von der Aegidiistraße in südöstliche Richung ab und endet nach ca. 635 m an der Königsstraße. Sie verläuft teilweise nördlich parallel zur Promenade.

Name

Laut Umschreibungsregister des Stadtarchivs (Band I, 1773-1784) wurde die damalige/ehemalige Straße „An Aegidii-Graben“ nun als Schützenstraße benannt.[Anm. 1]

Bis zum 18. Jh. lag die Schützenstraße zwischen zwei Stadttoren: dem Aegidii- und dem Ludgeritor. Da westlich vom Aegidiitor die Aa durch vergitterte Durchlässe in der Stadtmauer in die Stadt floß, war eine besondere Sicherung notwendig.

Eine Schießanlage befand sich an der Stelle der heutigen Kreuzung Schützenstraße – „Krumme Straße“ / Hals. Der Außenwall wies hier eine Bastion mit einem Geschütz auf. An der großen Schießscheibe an der Bastionswand übten die Schützen eine lange Zeit mit Armbrust und Gewehr. Wegen dieses Schießstandes hieß dieser Abschnitt des Außenwalls „Schützenwall“.

Die „St. Georgs-Schützenbruderschaft“ hatte ab 1514 ihr Schützenhaus auf dem Schützenwall.

1557 vereinigten sich die „St. Sebastian-“ und die „St. Georgs-Schützenbruderschaft“ zur „Großen Schützen-Gesellschaft Bruderschaft von 1557“, deren Mitglieder auch an dieser Scheibe trainierten. Beim Schleifen der Befestigung im letzte Drittel des 18. Jh. zur Anlage der Promenade verschwand auch das Schützenhaus.

1786/1787 entstand ein neues Haus (Ecke Schützenstraße/Ludgeristraße), in dem die Schützen sich bis 1811 versammelten.

Im Gedenken an die Schützenhäuser ist die Straße mindestens seit dem 19. Jh benannt.

(Quelle: Dr. Werner Kreuz: Woher kommt der Name „Schützenstraße"? aus: Große Schützenbruderschaft von 1557; Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum; Thiekötter, Münster 2007 ISBN 978-3-939838-06-7 S. 27-30)

Berliner Hufeisen-Nummerierung

In dieser Straße sind Hausnummern umlaufend vergeben worden, wie das in Preußen bis im „19. JahrhundertWP“ üblich war. Damals wurden die Hausnummern auf einer Straßenseite stadtauswärts bis zum Ende der Straße fortlaufend vergeben. Dort wechselte die Nummerierung zur gegenüberliegenden Straßenseite und verlief stadteinwärts zum Anfang der Straße zurück. Diese Nummerierung wird „Berliner Hufeisen-NummerierungWP“ genannt. Es gibt sie in vielen historischen Altstädten. Die Nummerierung ist nicht „unlogisch“, sondern verständlich für die Städte, die sich damals nicht weiter ausdehnen konnten als bis zur Stadtmauer. Mit der Ausdehnung der Bebauung über die Stadtmauern hinweg entwickelten die Städte die wechselseitige Nummerierung mit den ungeraden Nummern auf der linken Straßenseite und den geraden Nummern auf der rechten Straßenseite. In vielen Städten existieren beide Systeme nebeneinander für die Altstadt einerseits und die neuen Stadtbereiche andererseits.

Postleitzahl

48143

Anmerkungen

  • 1 : Eugen Müller: Verzeichnis verschwundener Straßennamen der Stadt Münster (Westf.), Aschendorff, Münster 1927, Seite 7 — Digitalisat der ULB

Weblinks