Kerßenbrockstraße

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Die Kerßenbrockstraße im Kreuzviertel geht von der Wichernstraße ostwärts ab, kreuzt die Tannenbergstraße und endet an der Kreuzung mit Langemarckstraße und Kettelerstraße. Sie ist 1908 entstanden.

Es gibt in Münster insgesamt 15 Straßen, die nach Historikern und Heimatforschern benannt sind. Es sind die Straßen: Adolf-Risse-Weg, Adolf-Wentrup-Weg, Bahlmannstraße, Eugen-Müller-Straße, Geisbergweg, Kerßenbrockstraße, Nieberdingstraße, Niesertstraße, Philippistraße, Schulteweg, Tegederstraße, Tibusstraße, Westhoffstraße, Zumbuschstraße.

Name

Sie wurde 1908 nach Hermann von Kerssenbrock, *1513 in Barntrup, †05.07.1585 in Osnabrück, benannt. Er war Rektor von 1550 bis 1575 der münsterschen Domschule, des heutigen Gymnasium Paulinum und Verfasser einer Geschichte der Täufer. Seine Geschichte der Wiedertäufer brachte ihn in Konflikt mit dem Stadtrat. Er verließ daraufhin Münster und war später in Paderborn und Werl tätig.

Seine erste Schulbildung genoss Kerssenbrock in Paderborn, seit 1533 dann in der Domschule in Münster. Durch die Wirren der Täuferzeit aus der Stadt getrieben, zog die Familie erst nach deren Niederwerfung wieder nach Münster. In Köln studierte Kerssenbrock Philosophie und Kunst. Nach Jahren als Lehrer in Hamm und Dortmund, kam er im Jahr 1550 zurück nach Münster, wo er Rektor der Domschule wurde.

Er verhalf der Traditionsschule in seiner 25 Jahre währenden Amtszeit wieder zu ihrer alten Blüte. Nachhaltig bekannt wurde Kerssenbrock jedoch nicht durch seine Lehrtätigkeit, sondern durch sein Buch über die Geschichte der münsterschen Wiedertäufer. Das Werk ist sehr einseitig aus katholischer Sicht geschrieben. Es verunglimpft alle protestantischen Ideen und beleidigt den Stadtrat von Münster nicht unerheblich.

Der Druck des Buches wurde verboten und Kerssenbrock musste vor dem Rat der Stadt Münster eidesstattlich versichern, dass er keine weiteren Bücher mehr schreiben werde. Er wandte sich nach Paderborn, wurde dort wiederum Schulrektor und verfasste, entgegen der in Münster gemachten Versicherung, weitere Schriften, die ihm erneut Schwierigkeiten einbrachten. Nachdem er auch Paderborn verlassen musste, ging er nach Werl, wo er wiederum Rektor wurde. Aber auch dort brachte er sich mit neuen Schriften in Bedrängnis. Dieses Mal so arg, dass er die Stadt fliehend verlassen musste. Das unruhige Leben des Hermann von Kerssenbrock endete in Osnabrück.

Postleitzahlen

48147

Weblinks