Ferdinand Vorholt

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Ferdinand Vorholt (* 13. Juli 1878; † 26. Oktober 1954 in Münster), ein katholischer Landpfarrer, war Pastor und Schulrektor in Mecklenbeck und Präsident des Westfälischen Bauernbundes. Wegen seiner Verbundenheit mit dem Bauerntum nannte man ihn den „schwarzbunten Pastor“.

Vorholt war von 1926 bis 1950 Pfarr-Rektor zu St. Anna in Mecklenbeck.[Anm. 1]

Er war Mitbegründer des Westfälischen BauernbundesWP, einer Interessenvertretung kleiner Bauern sowie landwirtschaftlichen Angestellten. Der Bauernbund stand im Gegensatz zum mehr aristokratisch ausgerichteten Westfälischen BauernvereinWP der katholischen ZentrumsparteiWP nahe und bekannte sich zur Republik. Von Oktober 1928 bis zu seiner Auflösung 1933 war dessen Präsident.

Der damalige (1926–1932) Oberpräsident Westfalens, Rudolf Amelunxen, holte sich ab und zu Rat bei Ferdinand Vorholt.[Anm. 2]

Am Abend des 30. März 1945 bewegten sich alliierte Truppen auf Mecklenbeck zu. Um eine Beschießung zu verhindern, gab Ferdinand Vorholt sich als Bürgermeister aus und erreichte durch Verhandlung einen Aufschub der Beschießung auf zwei Tage. Am übernächsten Tag wehten in Mecklenbeck weiße Fahnen: Die Truppen zogen ohne Artilleriefeuer ein.[Anm. 3]

Gemeinsame Grabstätte von Peter Wust und Ferdinand Vorholt (rechts, vor dem Kreuz) auf dem (katholischen) Friedhof in Mecklenbeck

Vorholt gehörte dem Gesprächskreis um den christlichen Existenzphilosophen Peter Wust an. In den 1930er Jahren traf man sich häufig im Gasthaus Lohmann in der (damaligen) Bauerschaft Mecklenbeck. Mit Wust, der 1940 nach schwerem Leiden an Oberkieferkrebs verstarb, verband Vorholt eine tiefe spirituelle Freundschaft. Beide liegen heute nebeneinander auf dem Friedhof in Mecklenbeck begraben.


Einzelnachweise