Eduardo Chillida

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Toleranz durch Dialog

Eduardo Chillida Juantegui (* 10. Januar 1924 in San Sebastián (baskisch: Donostía); † 19. August 2002 ebd.) war ein spanischer Bildhauer. Seine Stahlskulptur Toleranz durch Dialog steht seit 1993 im Innenhof des Rathauses von Münster.

Chillida begann 1942 ein Architekturstudium, brach es aber nach wenigen Jahren ab, um Fußballprofi zu werden. Eine Knieverletzung zwang ihn, die Torwarthandschuhe bei Real Sociedad San Sebastián an den Nagel zu hängen und zu seinen Kunststudien in Madrid zurückzukehren.

Wenig später entstanden in Paris, wohin er gegangen war, seine ersten Gipsskulpturen, die von den archaischen griechischen Skulpturen im Louvre beeinflusst waren. 1950 heiratete er in San Sebastián Pilar ("Pili") Belzunce und ging mit ihr nach Paris zurück. Dort begann seine Freundschaft mit dem Maler Pablo Palazuelo. Nach der Geburt des ersten von acht Kindern zog die Familie endgültig ins spanische Baskenland zurück. Hier begann Chillida mit Stahl zu arbeiten, dem Material, das er zeitlebens bevorzugen sollte.

Chillida schuf zahlreiche Werke, die nicht für Museen, sondern für den öffentlichen Raum geschaffen wurden und die mit ihrer Umgebung korrespondieren. Häufig sind die Orte und Plätze, für die Chillidas Skulpturen geschaffen sind, historische Stätten mit einer besonderen Bedeutung für die jeweilige Stadt und ihre Bürger, so z. B.

  • El peine de viento (Windkämme), der sich in San Sebastián zum Meer hin ausrichtet und zu einer Sehenswürdigkeit der Stadt geworden ist,
  • Die Puerta de la Libertad (Freiheitstor), im alten gotischen Viertel von Barcelona,
  • Gure Aitaren Etxea (das Haus unserer Väter) im baskischen Gernika und das
  • Monumento a la Tolerancia (Monument für die Toleranz) am Salzkai des Ufers des Guadalquivir in Sevilla.

Dieses Monument für die Toleranz wurde während der Skulptur Projekte 1987 aus Sevilla ausgeliehen und auf dem Servatii-Kirchplatz aufgestellt. Ein stählerner Kreisbogen schloss sich nach hinten zur Clemenskirche ab und öffnete sich zur Anbetungskapelle der Servatiikirche.

Zu dieser Zeit entwarf Chillida bereits die Skulptur Toleranz durch Dialog, die Bezug nimmt auf die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden, die aber erst 1993 dauerhaft im Rathausinnenhof aufgestellt wurde.

In seinen letzten Lebensjahren verwirklichte Eduardo Chillida mit der Hilfe seiner Frau und seiner Söhne des Museum Chillida-Leku bei Hernani in der baskischen Provinz Guipúzcoa, eine weitläufige Anlage von Gärten, Wäldern und einem wiederaufgebauten Weiler, in dem er eine große Anzahl seiner Werke ausstellen konnte. Das Museum wurde im Jahr 2000 eröffnet. Am 19. August 2002 starb Chillida in seinem Haus in San Sebastián.

Ehrungen

Während seines Lebens wurden Eduardo Chillida zahlreiche bedeutenden Kunstpreise und Ehrungen verliehen. Er erhielt

  • den Kandinsky-Preis (1960),
  • den Carnegie-Preis für Skulptur der Pittsburgh International (1964),
  • den Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg (1966).
  • den Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1966)
  • den Premio Wellington für Skulptur in Madrid (1970),
  • den Rembrandt-Preis der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung in Frankfurt am Main (1975),
  • den Prix Européen des Arts Plastiques in Straßburg (1983),
  • den Kaiserring der Stadt Goslar (1985),
  • den Principe-de-Asturias-de-la-Artes-Preis in Madrid (1987)
  • den Orden pour le mérite für Wissenschaft und Künste der Bundesrepublik Deutschland (1988).

Er war u. a. Mitglied der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid, Mitglied der Akademie der Bildenden Künste in München (sei 1971), Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts in London (seit (1983) und Mitglied des japanischen Kaiserordens (seit 1991).

Literatur

  • Schuck, U.; Dialoge zwischen Raum und Skulptur. Eduardo Chillida; in: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 26; München : Verlage Weltkunst und Bruckmann 1994 (ISSN 0934-1730)
  • Klaus Bußmann; Eduardo Chillida — Hauptwerke ; Mainz : Chorus Verlag 2003, ISBN 3-931876-48-9

Weblinks